Rückendeckung von Regierungspräsidentin

Die Kooperation im Kreistag von CDU, Grüne und FDP/VWG erhält für ihr gemeinsames Vorhaben, in den kommenden Jahren eine ambitionierte Haushaltskonsolidierung umzusetzen, Unterstützung durch die Regierungspräsidentin Anne Lütkes: Sie hat einerseits die erste Haushaltssatzung nach der Kommunalwahl genehmigt, in der bereits der Sparwille der Kooperation erkennbar ist. Zum anderen zeigt sie sich besorgt über den stetigen Verbrauch der Ausgleichsrücklage in den letzten Jahren und teilt die Überzeugung der Kooperation,  dass ein strenger Sparkurs dringend erforderlich ist.

Hier ein Ausschnitt aus einem Artikel der Rheinischen Post vom 14. August 2015:

Mit großer Besorgnis hat Regierungspräsidentin Anne Lütkes auf die Haushaltsentwicklung des Kreises Wesel reagiert. Zwar konnte der Umlagesatz der Kreisumlage in Höhe von 41,8 von Hundert genehmigt und der Kreishaushalt zur Veröffentlichung freigegeben werden. Der Kreis hat aber nach derzeitiger Erkenntnis seine sogenannte Ausgleichsrücklage bereits im vergangenen Jahr vollständig aufgebraucht. (…)

Für die kommenden Jahre plant der Kreis Wesel zwar mit ausgeglichenen Haushalten. Die Ansätze enthalten jedoch Risiken. Daher hält Regierungspräsidentin Anne Lütkes einen strengen Sparkurs für absolut erforderlich. Im Zuge dieses Sparkurses müssten auch Standards und Angebote hinterfragt werden, so Lütkes. (…)

Der Kreis Wesel stellt momentan eine Fortschreibung für sein freiwilliges Haushaltssicherungskonzept auf.

Arbeitsgruppe auf Sparkurs

Die parlamentarische Sommerpause ist zu Ende. Und gleich geht es für die Politik im Kreis Wesel in die Vollen: In dieser Woche trifft sich im Kreishaus die Arbeitsgruppe Haushaltskonsolidierung, und dort gilt dann das Motto „Ärmel aufkrempeln“.

Die Kooperation im Kreistag aus CDU, Grüne und FDP/VWG ist mit den wenig ambitionierten Einsparungen der letzten Jahre nicht wirklich zufrieden. Deshalb muss nach Überzeugung der drei Fraktionen jetzt intensiv über die Tiefe der Standards geredet werden, die im Kreis Wesel erbracht werden, zumal bei den freiwilligen Leistungen kaum noch Einsparungsmöglichkeiten bestehen.

Wer sich diesem Thema mit Scheuklappen nähert, werde der Aufgabe des Kreistages nicht gerecht. Heinz Dams (FDP/VWG): „Wir müssen die Verwaltung unterstützen und Verantwortung übernehmen.“ Wie bei der letzten Haushaltsverabschiedung, die im Kreistag eine große Zustimmung auch außerhalb der Kooperation fand, sind auch beim weiteren Konsolidierungsprozess alle Fraktionen im Kreistag zur konstruktiven Mitarbeit eingeladen. Ein Konfrontationskurs gegen die Sparbemühungen allein aus parteitaktischen Gründen werde jedoch an der Kreistagsmehrheit der Kooperation scheitern, warnen CDU, Grüne und FDP/VWG.

Stellungnahme zu SPD-Äußerungen

Am 27. Mai 2015 wurde die Verwaltung vom zuständigen Fachausschuss mit Änderungen an einem zu beschließenden Integrationskonzept beauftragt. Daraufhin beantragte unser stellvertretender Fraktionsvorsitzender Martin Kuster in dieser Ausschusssitzung, noch keine Abstimmung darüber vorzunehmen, weil der Kreistag ohnehin noch über die Endfassung abzustimmen hatte. Seinem Antrag folgte der Ausschuss mehrheitlich. Die SPD-Kreistagsfraktion griff allerdings Martin Kuster in einem kurz darauf veröffentlichten Artikel auf ihrer Homepage mit folgendem Wortlaut persönlich an:

„Auf dem Rücken von Migranten, Flüchtlingen und den für sie sich engagierenden Ehrenamtlern jetzt politische Kinderspielereien anzufangen, werde der Sache in keiner Weise gerecht, unterstrich der Sprecher der SPD-Fraktion im Ausschuss, Jürgen Preuß. Und das sei lediglich der Verirrung eines einzigen VWG-Vertreters zu verdanken, der sich offensichtlich in der Sache nicht kundig gemacht hat.“

Zu diesen diffamierenden Äußerungen gab Martin Kuster in der Kreistagssitzung folgende Stellungnahme ab:

„Dass der Artikel mit dieser Textpassage lediglich auf der Homepage der SPD-Kreistagsfraktion zu lesen ist, kann nur zwei Gründe haben, liebe Genossinnen und Genossen: Entweder fehlte Ihnen der Mut, einen solchen unsachlichen Text den lokalen Medien zu übermitteln, was durchaus nachvollziehbar wäre. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sich die Lokalredaktionen weigerten diese niveaulose Pressemitteilung zu veröffentlichen.

Die SPD-Kreistagsfraktion mag nun in ihrem sich abzeichnenden braven Landratsgehorsam dazu übergangen sein, noch nicht vorliegende Endfassungen von Beschlussvorlagen bereits von vornehinein abzunicken. Dies ist selbstverständlich allein Ihre politische Entscheidung. Jedoch ist Ihre über das Internet verbreitete Behauptung absoluter Nonsens, es sei politische Kinderspielerei auf den Rücken von Flüchtlingen, wenn ich im Fachausschuss eine bewährte Praxis einfordere – nämlich das bislang übliche Verfahren, bei einem mehrheitlich beschlossenen Änderungsauftrag über die dann überarbeitete Vorlage erst im Kreistag abschließend abstimmen zu lassen. Einen solchen haltlosen persönlichen Angriff lasse ich darum hiermit nicht unkommentiert stehen.

Ebenfalls völlig unhaltbar ist Ihre Behauptung, meine Positionierung im Fachausschuss sei das Resultat der Verirrung eines einzigen an Sachkunde mangelnden Kreistagsmitglieds. Gerade weil sich die FDP/VWG-Kreistagsfraktion intensiv mit dem Integrationskonzept auseinander gesetzt hat, fordern wir eine Überarbeitung bis spätestens 2017 und können dem aktuellen Konzept nicht zustimmen. Die Kreisverwaltung ist mit ihren zahlreich eingerichteten Koordinierungsstellen und dem ausreichenden fachlich versiertem Personal in der Lage, interkommunale Fachgespräche zu Integrationsfragen zu organisieren. Mit dem Integrationszentrum ist darum völlig unnötig eine kostspielige Doppelstruktur aufgebaut worden. Dass dieses Gremium, wie Sie, Herr Maas, im Fachausschuss zugeben mussten, trotz dreifacher Stellenausschreibungen aufgrund ausgebliebener Bewerbungen immer noch nicht vollständig besetzt werden konnte, spricht für sich. Die für diese Doppelstruktur aufgebrachten sechsstelligen Finanzmittel wären zur Unterstützung der Integrationsarbeit der Kommunen und ehrenamtlichen Initiativen vor Ort erheblich besser angelegt.

Weil die nun vorliegende Endfassung dank der Anregung der CDU-Kreistagsfraktion nicht mehr eine automatisierte Fortsetzung dieses Konzepts nach 2017 suggeriert und damit offen bleibt für eine notwendige Neuausrichtung, wird sich die FDP/VWG-Kreistagsfraktion zu diesem Punkt enthalten.“

Neues Logo

Die Rheinische Post Kreis Wesel berichtet am 23. Juni 2015 (Auszüge):

Dass der Kreis Wesel Bestandteil des Niederrheins ist, sollte klar sein. CDU, Grüne und FDP/VWG stellen bedauernd fest, dass das Gegenteil der Fall ist. Denn aus dem Logo des Kreises soll der Zusatz „am Niederrhein“ gestrichen werden. „So hat es Landrat Dr. Ansgar Müller festgelegt. Ohne Anhörung der Politik. Erst recht ohne Beteiligung der Bürger“, kritisiert Frank Berger (CDU) (…)
Heinz Dams (FDP) erinnert daran, dass die Kopfweide per Bürgervorschlag bei der Neuordnung ins Wappen kam. Das Bündnis wolle das von der Verwaltung vorgelegte Logo als Interimslösung akzeptieren, beantrage aber einen Ideenwettbewerb, um sich danach für eine endgültige Gestaltung zu entscheiden.