>>Niederrheinische Verkehrsbetriebe AG – NIAG<<

Auszug aus der Niederschrift der Kreisausschusssitzung am 2. Dezember 2010:

Fraktionsvorsitzender Dr. Schmitz (CDU) teilte mit, (…) es gebe keine Möglichkeit, die NIAG zu rekommunalisieren. Vor dem Jahr 2012 habe der Kreis keinen Handlungsspielraum.

Fraktionsvorsitzender Kuster (VWG) machte deutlich, dass seine Fraktion ein anderes Fazit aus den eingebrachten Informationen ziehe. Eine Rekommunalisierung sei dringend notwendig. Es sei berichtet worden, dass andere Kommunen eine Privatisierung von Unternehmen bereits als Fehler erkannt hätten und versuchten diese wieder rückgängig zu machen. Die Verwaltung müsse bei der Erarbeitung von Lösungsmöglichkeiten kreativ sein.

>> Wieder Angst bei der Niag <<

Die NRZ Moers berichtet am 22. Januar 2011 (Ausschnitte):

Die Verkehrsbetriebe Minden-Ravensberg (VMR) melden Insolvenz an – und in Moers wird gezittert, weil die Niederrheinische Verkehrsbetriebe (Niag) densleben Eigentümer haben wie das Unternehmen im Ostwestfälischen: Rhenus Veniro (…) hält 51 Prozent der Niag-Anteile, der Rest am früher komplett im Besitz der öffentlichen Hand befindlichen Verkehrsunternehmen liegt beim Kreis Wesel.

Was passiert mit den Niag-Arbeitsplätzen? Droht ein Lohndumping? (…)

Die Stimmung bei den Niag-Mitarbeitern ist mehr als schlecht. Es gibt viele, die Rhenus Veniro vorwerfen, die VMR plattgemacht zu haben. Der Betriebsrat sei keine große Hilfe. (…)

>> Niag-Vorstand Kinzel mit viel Lob verabschiedet <<

Die Rheinische Post Kreis Wesel berichtet am 21. Dezember 2010 (Auszüge):

(…) Bei der Niag gehören aber 51 Prozent dem Unternehmen Rhenus, und so kam es, dass Kinzel im Sommer unerwartet seinen Rücktritt erklärte. Dass dies nicht seine eigentliche Lebensplanung war, bekräftigte er gestern. Bis 2014 hätte er schon gern weitergemacht. Aber verbunden mit den Umbauten, den klimatischen Störungen bei der Niag und der Eiszeit zwischen den Vorständen zog Kinzel die Konsequenzen. Gern wäre er im Stillen gegangen, doch Aufsichtsratschef Heinz-Dieter Bartels überredete ihn doch zur Abschiedsfeier im Hotel „Zur Linde“. Bartels erinnerte an die schnelle Karriere des 1951 geborenen Hannoveraners bei der Niag.

Von den 100 Jahren des Verkehrsunternehmens habe er mehr als 25 Jahre lang das Ruder in der Hand gehabt. Die Niag werde ihn nicht vergessen. Als „guten Busfahrer“, der aussteigt, weil ihm der „neue Fahrstil nicht gefällt“ würdigte Landrat Dr. Ansgar Müller Kinzel. Traurig zeigte sich Betriebsratsvorsitzender Harald Winter. „Man nimmt uns Beständigkeit, Zuverlässigkeit und Rückhalt“, sagte er. (…)

>> VWG: Berg soll nicht zur Niag <<

Die NRZ Wesel berichtet am 8. Dezember 2010:

Als eine Zumutung gegenüber der Politik bezeichnet Martin Kuster von der VWG-Fraktion, wie die Kreisverwaltung über die wichtige Niag-Personalie informiert habe. Nicht allen Kreistagsfraktionen hatte wohl Landrat Dr. Ansgar Müller seinen Plan mitgeteilt, den Technischen Dezernenten Hans-Joachim Berg als Nachfolger von Otfried Kinzel im Niag-Vorstand vorzuschlagen. Erst durch eine Tischvorlage im Kreisausschuss habe man davon erfahren, so Kuster.
„Dies ist eine klare Benachteiligung der kleinen politischen Gruppe“, formuliert er in einer Pressemitteilung. Die Fraktion werde im Kreistag am Donnerstag dem Vorschlag nicht zustimmen, kündigt Kuster an.
Erstaunt sei man über die Aussage des Landrates, Berg könnte sich bis zu seinem Ausscheiden aus der Kreisverwaltung zu 80 Prozent der Arbeitszeit der Niag widmen. „Dass Herr Berg während seiner Altersteilzeit nun eine andere hauptberufliche Tätigkeit ausüben soll, ist ebenfalls kritisch zu sehen“, fügt Kuster hinzu. Gegen ihn spreche, dass seine Erfahrungen im Bereich ÖPNV „eher dürftig“ seien.