Runder Tisch umstritten

Rheinische Post berichtet am 24.09.2005:

Der Kreis Wesel wird einen „Runden Tisch Familie und Jugend“ einrichten. Zwar kam es im Kreisausschuss nicht zur Entscheidung. Aber das lag nicht am grundsätzlichen Willen, sondern an der Frage, wie besagter Runder Tisch besetzt werden soll. Nun hat der Kreistag das letzte Wort. Hintergrund ist das Thema, was ein erneutes Gremium bewirken soll und ob man es personell groß begrenzt.

Die CDU plädierte dafür, alle Fraktionen zu berücksichtigen – so war es auch mit der SPD abgesprochen -, ansonsten auswärtigen Sachverstand „einzuladen“. Der VWG, die das Thema auf die Tagesordnung gebracht hatte, war das zu wenig. Sie forderte, die Fachleute der verschiedenen Träger mit an den Tisch zu holen und vor allem erstmal im Jugendhilfeausschuss darüber zu sprechen. Am Ende stand in dieser Frage ein Patt (…). „Verwunderung und Enttäuschung“ äußerte gestern VWG-Sprecher Martin Kuster. Die Gründe, warum die CDU nicht den Jugendhilfeausschuss einschalten will, könne er nicht nachvollziehen. Die VWG wolle keinen „privaten Debattierclub“, sondern die thematisch Betroffenen und Sachkundigen einbeziehen.

Ablehnung der CDU völlig unverständlich!

Presseerklärung am 23.09.2005:

Mit Verwunderung und Enttäuschung musste Martin Kuster in der vergangenen Kreisausschusssitzung die Ablehnung seines Antrags bezüglich der Einrichtung des Runden Tisches Familie und Jugend durch das Patt-Abstimmungsergebnis mitverfolgen. Die Gründe, die die CDU-Kreistagsfraktion dazu bewogen hat, den fachlich zuständigen Jugendhilfeausschuss in dieser Frage außen vor lassen zu wollen, bleiben mir verborgen. Die VWG haben sich bei ihrer Beantragung des Familientisches von der Idee leiten lassen, dass dieser unter der größtmöglichen Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der thematisch Betroffenen und Sachkundigen aktiv werden und nicht zu einem „privaten Debattierclub“ von Politikern mutieren soll. Bislang schien mir in dieser Hinsicht auch Einigkeit im Kreistag zu bestehen. Dass jetzt aber offensichtlich bereits bei der Gestaltung der Form und der Festlegung der genauen inhaltlichen Themen des Runden Tisches Familie und Jugend auf die außerparlamentarische Kompetenz der Jugend-, Familien- und Sozialverbände, die im Jugendhilfeausschuss zu finden ist, ohne Nöten verzichtet wird, ist Martin Kuster ein Rätsel.

Runder Tisch „Familie und Jugend“

Als Kreistagsmitglied und Sprecher der VWG beantrage ich, dass über die Einrichtung des Runden Tisches „Familie und Jugend“ vor einer abschließenden Beratung im Kreisausschuss zunächst im Jugendhilfeausschuss beraten wird.

Begründung:

Wie in der Beschlussvorlage korrekt dargestellt wurde, ist der Jugendhilfeausschuss in dieser Frage fachlich zuständig. Die Begründung, dass die Einrichtung dennoch nicht dort beraten werden soll, weil er nicht kreisweit zuständig sei, ist nicht nachvollziehbar: Im Jugendhilfeausschuss stehen regelmäßig Sachverhalte beispielsweise in Sachen Beratungsangebote auf der Tagesordnung, die die Situation von Kindern, Jugendlichen und Eltern kreisweit betreffen. Von daher erscheint es mir nicht nur als sinnvoll, sondern auch als notwendig, dem Jugendhilfeausschuss die Form der Einrichtung dieses Runden Tisches zur Beratung zu stellen.

„Generations\u00fcbergreifende Vernetzung“

Als Kreistagsmitglied und Sprecher der VWG beantrage ich in Ergänzung zu unserem Antrag auf Einrichtung eines „Runden Tisches Familie“ vom 09.02.2005, im Falle der Einrichtung dieses Tisches und eines „Runden Tisches Ältere Menschen im Kreis Wesel“ diese beiden Tische inhaltlich und personell zu vernetzen.
Diesen Antrag bitte ich in der kommenden Kreisausschuss- und Kreistagssitzung im Rahmen des TOP’s „Einrichtung eines Runden Tisches Ältere Menschen im Kreis Wesel“ zu behandeln. „Generations\u00fcbergreifende Vernetzung“ weiterlesen

Seniorenbeirat ist keine Alternative zum „Runden Tisch für Familie!“

Absolute Priorität in der Politik muss künftig nicht zuletzt aufgrund der besorgniserregenden demographischen Entwicklung die Unterstützung junger Menschen sein, die sich für die Erziehung von Kindern entschieden haben bzw. entscheiden wollen. Dass im Kreis Wesel hier noch dringender Nachholbedarf besteht, hat sein mittelmäßiges Abschneiden beim „Familienatlas“ mehr als deutlich gemacht. Darum sind über alle Gesellschaftsbereiche und Generationen hinweg gemeinsame Kraftanstrengungen notwendig, auch in unserem Kreis familienfreundlichere Rahmenbedingungen zu schaffen.

Die Einrichtung eines generationstrennenden Seniorenbeirats auf Kreisebene in der vom Sozialausschuss mehrheitlich verabschiedeten Form, der fälschlicherweise den Namen „Runder Tisch“ tragen soll, kann zur Bewältigung der nur generationsübergreifend zu lösenden Herausforderungen keinen Beitrag leisten. Wenn politische Befürworter einen kreisweiten Seniorenbeirat mit der schnell zunehmenden Anzahl älterer Menschen begründen, ist das unlogisch. Gerade diese Zunahme garantiert ihnen einen ständig wachsenden politischen und gesellschaftlichen Einfluss. Wenn sich die Mehrheit der Kreistagsmitglieder nicht in der Lage sieht, politische Entscheidungen für ihre Altersgruppe zu treffen, müssen sie sich ernsthaft Gedanken über ihre Bürgernähe machen.

Dringend notwendig ist dagegen die Einrichtung eines „Runden Tisches Familie“. Nur ein gemeinsamer kreisweiter Diskurs aller Generationen aus den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft wird es ermöglichen, kreative Konzepte zu entwickeln, die den Teufelskreis zwischen einer sich abzeichnenden schrumpfenden Gesellschaft und sich verschärfenden Rahmenbedingungen für Familien (beispielsweise durch Kindergartenschließungen) zu durchbrechen. Darum haben wir als Vereinigte Wählergemeinschaften Kreis Wesel gleichzeitig mit der Ablehnung des Seniorenbeirates einen Antrag für die Einrichtung eines solchen „Runden Tisches Familie“ ab Sommer diesen Jahres eingereicht.