Die Stimmen der VWG

Das „Wochen-Magazin“ berichtet am 04.01.2006:

Kreis Wesel. In der letzten Ausgabe berichtete das Wochen-Magazin über die einstimmige Verabschiedung des Nachtragshaushaltes 2005 für den Kreis Wesel. Im Bericht „verschluckt“ wurde jedoch die Tatsache, dass neben den Stimmen von CDU und SPD auch mit den Stimmen der Vereinigten Wählergemeinschaften Kreis Wesel (VWG) für 2006 eine Senkung der Abfallgebühren für die Kommunen um 12,6 Prozent beschlossen wurde. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

Sympathische Idee hat keine Lobby

Rheinische Post Wesel berichtet am 3.1.2006:

Schuss in den Ofen: Nur 2884 Menschen aus dem ganzen Kreisgebiet hatten eine Meinung, ob es künftig Niederrhein-Kreis Wesel heißen soll. Und weil eine Mehrheit von 1579 gegen die Umbenennung ist, neigt eine politische Mehrheit dazu, dem Votum zu folgen. Nur die CDU kämpft weiter.

Kreis Wesel. Hanns Dieter Hüsch, sämtliche Wetterfrösche Deutschlands und nicht zuletzt etliche Produkte aus der Region haben dafür gesorgt, dass der Niederrhein bundesweit bekannter geworden ist. Den Schwung werbewirksam nutzen wollte die CDU und beantragte bekanntlich die Umbenennung des Kreises Wesel in Niederrhein-Kreis Wesel. Das hätte man Mitte vergangenen Jahres haben können, wenn da nicht die Hürde Dreiviertelmehrheit wäre. Und eine skeptische SPD. Zwar hatte Landrat Dr. Ansgar Müller (SPD) die Idee als „sympathisch“ bezeichnet, doch am Ende wurde erstmal eine informelle Umfrage (eine repräsentative war „zu teuer“) vorgeschaltet. Gestern kam das ernüchternde Ergebnis: Nur 2884 Kreis-Bewohner über 16 machten mit; 1579 sind gegen die Umbenennung und 1305 dafür.

„Wer das als repräsentativ bezeichnen will, kann nicht ganz ernst genommen werden“, sagte gestern Dr. Hans-Georg Schmitz (CDU). Er steht weiter „mit Herz“ hinter „einer guten Idee“ und sieht inzwischen „die Argumente dafür weiter gewachsen, die Marke Niederrhein für uns zu nutzen“.

Obwohl schon 2005 sofort bereit, für die Umbenennung zu stimmen, sehen sich die Grünen jetzt mit der Crux Umfrageergebnis konfrontiert. „Wirtschaftlich und touristisch spricht viel dafür“, sagte Fraktionssprecher Hubert Kück. „Die geringe Beteiligung zeigt nur, wie unbedeutend das Thema für die Bevölkerung ist.“

Standfester gibt sich Martin Kuster von den Vereinigten Wählergemeinschaften, der mit seiner Kollegin Marianne Meylahn auf der nächsten Vorstandssitzung seinen Freunden ein Votum für die Umbenennung vorschlagen wird. Für ihn zählen in erster Linie die Argumente der Befürworter Industrie- und Handelskammer und Gastgewerbe. Diese seien am Niederrhein immerhin „entscheidende Größen“.

Für die FDP gibt sich Kreistagsmitglied Volker Neuhaus weiterhin „reserviert“, zumal „sicher ein Rattenschwanz von Umstellungskosten“ folgen würde. Aber eine Umbenennung, so Neuhaus weiter, würde auch „nicht den Untergang des christlichen Abendlandes“ bedeuten.

„Wir haben immer gesagt, dass wir uns an das Votum halten werden“, sagte Fraktions-Chef Helmut Fischer (SPD), der das Umfrageergebnis als „eindeutig“ bezeichnete. „Es ist wohl so, dass die Bürger das nicht wollen.“

Niederrhein-Kreis-Wesel

NRZ Wesel berichtet am 2.1.2006 zum „Niederrhein-Kreis-Wesel“:

Einige Fraktionen fühlen sich bestätigt, andere wollen jetzt noch reichlich Überzeugungsarbeit leisten. Kreistag entscheidet im März.

KREIS WESEL. Neuer Name oder bleibt es doch wie es ist. Mit dem vorgeschlagenen Namen „Niederrhein-Kreis Wesel“ kann sich die Mehrheit der Umfrage-Teilnehmer nicht anfreunden. Bis Freitag hatten 2796 Personen abgestimmt, 1524 sprachen sich gegen den neuen Namen aus. Insgesamt eine magere Beteiligung, zumal 360 000 Personen teilnehmen konnten. Eine Mehrheit für die Umbennung hatte es im Laufe der Umfrage nie gegeben. Und wie gehen die Fraktionen mit dem Votum der Bürger um? Die NRZ fragte nach.

„Die Bürger sind überhaupt nicht mitgenommen worden“, kommentiert Hubert Kück von den Grünen das Ergebnis. Der Sinn und Zweck, der mit dem neuen Namen verbunden ist, sei ihnen nicht klar gemacht worden. Zudem befürchten viele, dass es nur Geld koste, aber keinen Vorteil bringe. Für ihn als Mitglied des Kreistages ist das Ergebnis mit einem klaren Auftrag verbunden: gegen die Umbenennung zu stimmen. „Viele Einwohner meinen auch, dass wir Politiker wichtigere Aufgaben zu lösen haben.“

Weiter für den neuen Namen will Martin Kuster von den Vereinigten Wählergemeinschaften (VWG) werben. Aufgrund des knappen Ergebnisses und der geringen Beteiligung seien die Politiker nun gefordert, die Vorteile deutlich zu machen. Mit den anderen Wählergemeinschaften werden sich die beiden Kreistagsmitglieder im Januar über das Thema diskutieren. „Ich werde vorschlagen, für die Umbenennung zu stimmen.“ Niederrhein-Kreis-Wesel weiterlesen

Haushaltseinbringung durch Mehrheit SPD-FDP-VWG nicht verschoben

Rheinische Post Wesel berichtet am 15.12.2005:

Nichts hat kommunale Haushaltsplanungen mehr durcheinander gebracht als Hartz IV im allgemeinen und die Frage nach den Unterkunftskosten im besonderen. Noch vor einer Woche gab es so viele Fragezeichen, dass CDU und Grüne im Kreistag das Thema Etat 2006 auf März kommenden Jahres vertagen wollten – und damit überraschend an Gegenwehr von SPD, FDP und VWG scheiterten, weil zwei Grüne bei der Abstimmung gefehlt hatten. Gestern nun sah sich SPD-Fraktionschef Hellmut Fischer mit dem Vorgehen rundum bestätigt.

Die Entscheidung, den Haushalt planmäßig einzubringen, sei richtig gewesen, sagte Fischer, denn jetzt herrsche „Planungssicherheit“. Der SPD-Chef bezog sich damit auf die Mitteilung von Bundesminister Franz Müntefering, dass der Bund seinen 29,1-Prozent-Anteil an besagten Wohnkosten für Arbeitslosengeld-II-Empfänger für 2005 und 2006 in voller Höhe übernehmen werde.

FDP-Vorsitzender Dr. Michael Terwiesche lobte im Nachklang zum Kreistag gestern die von Kämmerer Helmut Schult improvisierte Haushaltsrede als „erfreulich kurz und spannend“. Als „eigenartig“ und „bedauerlich“ bezeichnete er indes, dass die Aufforderung der Liberalen an die Verwaltung, zwölf Millionen Euro einzusparen, nicht zulässig sein sollte und deshalb gar nicht erst behandelt wurde.

Mit der Einbringung des Etatentwurfs sah sich auch Martin Kuster bestätigt. „Es ist paradox, eine Haushaltsplanung aufzustellen, bei der die Hälfte des Planungszeitraums bereits verstrichen ist“, sagte der Sprecher der Vereinigten Wählergemeinschaften der RP. Die Reduzierung des Stiftungskapitals verbuchte er übrigens als VWG-Erfolg.

Sachkoalitionen statt Zwangsehe! Zur Abstimmungsschlappe von Schwarz-Grün im Kreistag

NRZ Wesel berichtet am 10.12.2005 über untenstehende VWG-Presseerklärung:

(…) Nach der turbulenten Entscheidung zur Einbringung des Haushaltsentwurfes für 2006 meldeten sich gestern die Vereinigten Wählergemeinschaften zu Wort und stellten fest, dass die selbst auferlegte Zwangsehe von CDU und Grünen wackelig und schwach sei. Schon eine fehlende Stimme bei Schwarz-Grün könne eine Patt-Situation erzeugen. Für Martin Kuster macht das Einbringen des Haus- haltes im Frühjahr 2006 keinen Sinn. Die Kommunen bräuchten schnellstmög- lichst Haushaltsdaten des Kreises. Die vorgebrachten Gründe für eine Verschie- bung sind für ihn nicht überzeugend.

Presseerklärung der VWG zur Abstimmungsschlappe von Schwarz-Grün:

Wie wackelig und schwach die selbstauferlegte Zwangsehe der Kreistagsfraktionen von CDU und Grüne ist, macht ihre herbe Niederlage in der vergangenen Kreistagssitzung mehr als deutlich. Bereits eine einzige fehlende oder
abweichende Stimme bei Schwarz-Grün kann eine Patt-Situation erzeugen und damit ihre Anträge im Kreistag scheitern lassen. Vor dem Hintergrund der Konstellation des Kreistages seit Beginn dieser Legislaturperiode ist es daher völlig unklug, sich auf künstlich erzeugte, auf Machtkalkül anstatt auf sachliche und inhaltliche Gemeinsamkeiten basierende, stimmenknappe Koalitionen zu verlassen, um riskante Alleingänge durchzuführen. Stattdessen müssen Beschlüsse auf eine größtmögliche Mehrheit ausgerichtet sein und es muss über die Gültigkeit von Anträgen nicht nach ihrem politischen Verfasser, sondern nach ihrem inhaltlichen Wert entschieden werden – erst recht, wenn es sich dabei um zentrale Themen wie die Haushaltssatzung handelt.

Gegen die Einbringung des Haushaltes erst zur Mitte des kommenden Jahres sprechen eine Reihe von Gründen, während die vorgebrachten Argumente für eine Verschiebung kaum überzeugen. Darum haben die VWG schon frühzeitig darauf aufmerksam gemacht, dass sie gegen eine Verschiebung stimmen werden. Etwaige von Schwarz-Grün unterstellte taktische Gründe, gegen den Antrag von CDU/Grüne zu stimmen und diesen mit ihren beiden Stimmen als Zünglein an der Waage zu Fall zu bringen, spielten darum zumindest vonseiten der VWG keine Rolle. Im Gegenteil haben die VWG im ersten Jahr dieser Legislaturperiode bewiesen, dass sie ausschließlich sachorientiert arbeiten, indem sie Anträge aller politischen Seiten unterstützen, sofern sie sachlich fundiert und zum Wohl der Bürger sind, und auch selber sachlich fundierte Anträge in den Kreistag einbringen.

Die Gründe für die Einbringung des Haushaltes „schon“ im März 2006 nur stichpunktartig:

1. Es ist das Grundmerkmal einer jeden Planung, dass in ihnen ein Unsicherheitsfaktor steckt. Das gilt naturgemäß auch für eine Haushaltsplanung. Darum gibt es auch die Option eines Nachtragshaushalts.

2. Es ist paradox, eine Haushaltsplanung aufzustellen, bei der die Hälfte des Planungszeitraum bereits verstrichen ist.

3. Die Kommunen benötigen dringend und schnellstmöglichst die Haushaltsdaten des Kreises, um ihre eigenen Haushalte fundiert aufstellen zu können.

4. Die nun offengelegte dramatische Haushaltssituation hat mehr als deutlich gezeigt, dass nicht mehr gewartet werden kann und die Kreispolitik hier und jetzt gefordert ist, durch gemeinsame Kraftanstrengungen ausgewogene Sparmaßnahmen zu beschließen, um die ohnehin vor dem Kollaps stehenden kreiseigenen Kommunen nicht noch weiter zu belasten.

Die VWG freuen sich im übrigen, dass sie mit ihrem eingebrachten Antrag bezüglich der Stiftung Standort- und Zukunftssicherung den Anstoß dazu gegeben haben, dass mit der nun beschlossenen Reduzierung des Stiftungskapitals der Nachtragshaushalt 2005 um mehr als eine halbe Million entlastet wird.