Kreisdirektor scheint sicher

Die NRZ Wesel berichtet am 12.09.2006:

KREIS WESEL. Bis auf die SPD werden am Donnerstag alle anderen Kreitagfraktionen für Ralf Berensmeier als neuen Kreisdirektor im Kreishaus stimmen. Entsprechende Signale gab es Montag im Personalausschuss. Einen Gegenkandidaten wird es jedenfalls nicht geben. Dennoch halten die Genossen an ihrem Antrag fest, die Ausschreibung zu wiederholen. Dagegen äußern die beiden VWG-Kreistagsmitglieder, die Moerserin Marianne Meylahn und Martin Kuster, Kritik: „Die erfolglose Suche der SPD ist für uns völlig unverständlich.“
Die VWG habe nach den Vorstellungsgesprächen der Bewerber drei geeignete und durchaus ebenbürtige Kandidaten ausgemacht. Das angekündigte Vorhaben der SPD-Fraktion könne man nur auf zwei Arten interpretieren: entweder als Kritik am Landrat, die Ausschreibung nicht sorgsam genug ausgeführt zu haben, oder als Unfähigkeit, sich auf einen Kandidaten zu einigen. Eines steht jedenfalls jetzt schon fest: Kandidat Ralf Berensmeier wird morgen vom Kreisausschuss mit satter Mehrheit zum Nachfolger von Wolfgang Rabe gewählt.

Scharfe Kritik an geplanter Verlängerung der Landebahn Flugplatz Schwarze Heide

Radio K.W. berichtet am 7. September 2006:

Kreis Wesel: Scharfe Kritik hagelte es von den Kreisgrünen und der Vereinigten Kreiswählergemeinschaft zur geplanten Landebahnverlängerung des Flugplatzes Schwarze Heide. Arbeitsplätze würden damit keine geschaffen und außerdem belaste die Baumaßnahme nur unnötig die Kommunen. Und diese seien nicht einmal Träger des Flugplatzes. Die Kreisverwaltung verteidigt hingegen den rund 6,5 Millionen Euro teuren Flugplatzausbau mit Blick auf den Lippemündungsraum und den Hafen Emmelsum als Maßnahme zur Wirtschaftsförderung in der Region. Auch sei ein Jobausbau auf 1000 Arbeitsplätze durchaus perspektivisch möglich.

Resolution gegen Kürzungen im Jugendbereich

Resolution der VWG gegen die geplanten NRW-Kürzungen im Jugendbereich wurde vom Kreistag mit großer Mehrheit verabschiedet:

Der Kerninhalt der Resolution, gegen die lediglich die FDP stimmte:

(…) Die von der Landesregierung geplante über zwanzigprozentige Kürzung bei der Förderung der Kinder- und Jugendarbeit, dessen Gesamtsumme von 96 Millionen Euro (0,2 Prozent des Landeshaushaltes) erst im Oktober 2004 vom Landtag durch das von allen Parteien befürwortete Kinder- und Jugendfördergesetz zugesichert wurde, lehnt der Kreistag (…) entschieden ab. (…)

Der Resolutionstext befindet sich in voller Länge in der Rubrik „Anträge“!

Für die Fehler der Landespolitik können die Kommunen nicht aufkommen!

Presseerklärung zu den NRW-Kindergarten-Kürzungen:

Mit Verwunderung nehmen wir als Vereinigte Wählergemeinschaften (VWG) im Kreis Wesel zur Kenntnis, dass die etablierten Parteien der Stadt Wesel, allen voran die CDU-Fraktion, es offensichtlich finanziell für möglich halten, für eine verfehlte schwarz-gelbe Landespolitik im vollen Umfang aufzukommen. Wie jedoch ihrer Meinung nach die Stadt Wesel, die einer Haushaltssperre unterliegt und somit keine weiteren freiwilligen Leistungen übernehmen darf, die von der Landesregierung verhängte Streichung des Defizitausgleichs für Betriebskosten der Kindergärten in Höhe von 82.000 Euro ausgleichen soll, bleibt scheinbar ihr Geheimnis.

In Übereinstimmung mit den Wählergemeinschaften FBI Xanten und USD Hamminkeln halten wir es für nicht realisierbar, dass der Kreis Wesel für die kreiseigenen Kommunen ohne eigenem Jugendamt die gesamte Kürzung der Landesregierung im Kindergartenbereich schultern kann, um die Elternbeiträge stabil zu halten. Dies hätte für diese Kommunen unweigerlich eine steigende Jugendamtsumlage zur Folge, die die betroffenen, ohnehin vor dem finanziellen Kollaps stehenden Kommunen nicht mehr aufbringen können. Keine Alternative ist es, in den anderen wichtigen Bereichen der Jugendhilfe zu kürzen.

Wenn die Kommunen im Bereich der Tagesbetreuung der Kinder für die Landesregierung in die Bresche springen würden, wäre dies auch ein falsches Signal in Richtung der schwarz-gelben Koalition: Sie würde ihre kinder- und familienfeindliche Politik fortsetzen in der Überzeugung, dass die Kommunen diese auch weiterhin kompensieren werden und darum die Bürger in NRW zumindest kurzfristig die verfehlte Familienpolitik des Landes nicht zu spüren bekommen.

Die CDU-Fraktionen in den Kommunen sollten, anstatt die Fehler der Landespolitik durch kaum realisierbare Anträge auf Übernahme des gekürzten Defizitausgleiches kaschieren zu wollen, lieber erheblich größeren innerparteilichen Druck auf die Landes-CDU ausüben, damit diese die unverantwortlichen Kürzungen im Kinder- und Jugendbereich wieder zurücknimmt.

Andernfalls weisen wir als VWG die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Wesel ausdrücklich darauf hin, dass die Schuldfrage hinsichtlich voraussichtlich steigender Kindergartengebühren eindeutig ist: Einzig und allein die Landesregierung von NRW hat sie zu verantworten!

Elternbeiträge steigen nicht – vorerst

NRZ berichtet am 23. August 2006:

KREISPOLITIK. In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses ging es in Sachen Kindertageseinrichtungen um ein Signal.

KREIS WESEL. Es ging um ein Signal. Wer hat in Sachen Elternbeiträge für Kindertageseinrichtungen den Schwarzen Peter? Die „CDU-Landesregierung“, sagte die SPD in der gestrigen Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Kreises Wesel. Denn die, so Ralf Eloo, kürze die Mittel, und der Kreis solle sich dafür „die Prügel abholen“. Ähnlich sehen das die Grünen. Nun sollen die Beiträge nicht, wie von der Kreisverwaltung vorgeschlagen, erhöht, sondern zunächst einmal beibehalten werden, beschloss der Ausschuss mit Mehrheit. Zu früh freuen sollte sich darüber aber keiner. CDU und VWG unterlagen zwar mit ihrem Votum für eine Vertagung bis zur Sitzung des Kreistages am 21. September. Aber dort herrschen andere Mehrheiten, und dann könnte die Sache noch einmal kippen.

Eigentlich sei der Vorschlag der Verwaltung, eine Anhebung um sechs Prozent vorzunehmen, schlüssig, sagte Eloo. Aber die SPD wolle zeigen, dass sie die Kürzungen nicht hinnehme. Auch Martin Kuster (VWG) nannte die Reduzierung durch das Land „völlig daneben“. Aber der Kreis sei nicht in der Lage, das aufzufangen. „Wir müssen die Kürzungen irgendwie weitergeben – wie auch immer.“

Beate van Laak (Grüne) erkannte ein Dilemma. Letztlich dürften die Familien aber nicht noch mehr belastet werden. Sie schlug vor, im neuen Jahr eine „sozial ausgewogene“ Elternbeitragssatzung zu beschließen. Eine Finanzierung der entstehenden Lücke könne aus Einsparungen durch Schließungen von Kindergarten-Gruppen erreicht werden. Diese Ersparnisse würden benötigt, um steigende Kosten an anderer Stelle im Kinder- und Jugendbereich aufzufangen, hielt die Verwaltung dagegen.

Die CDU, die um Aufschub gebeten hatte, hat sich inhaltlich noch nicht festgelegt. Bleibt es bei dem gestrigen Beschluss, könnten die Beiträge zwar später (frühestens im Dezember) noch verändert werden. Aber bis dahin zumindest fielen die vom Kreis kalkulierten erhöhten Einnahmen aus.