Kreis streift seine Schulden ab

Rheinische Post Wesel berichtet am 31. März 2006:

Schuldenfreiheit ist der Traum eines jeden Kämmerers. Helmut Schult könnte es noch erleben, dass er wahr wird. Denn schon heute wird der Hüter der Kreisfinanzen die ersten Schritte zum Verkauf der RWE-Aktien einleiten dürfen. Der Kreistag gab gestern Abend grünes Licht für das Umschichten des gewaltigen Vermögens. Schließlich repräsentieren die rund 3,6 Millionen Aktien aktuell einen Betrag von rund 250 Millionen Euro.

Die Unionsspitzen Dr. Hans-Georg Schmitz und Josef Devers kämpften indes leidenschaftlich für einen mutigen Grundsatzbeschluss, der dann flexibel umgesetzt werden soll. Dafür konnten sie sich zwar der Unterstützung der FDP recht sicher sein. Doch war die CDU sicherheitshalber auch auf Wünsche der Grünen (mehr Klarheit bei Transaktionen und Einbindung der Politik) sowie der VWG eingegangen. Letztere war nur damit zu gewinnen, noch in der öffentlichen Sitzung eine Kurs-Untergrenze von 67 Euro festzulegen. (…)

Vorangegangen war eine teils ins Feilschen gleitende, aber nie unsachliche Diskussion, an deren Ende die Interessen zu verknüpfen waren. Allein die SPD stimmte dann gegen die nun angeschobene Umschichtung im großen Stil. Bei dem folgenden Beschluss, mit bis zu 860000 Aktien schon mal die Entschuldung anzugreifen, war die Mannschaft um Fischer wieder mit allen im Boot.

Politik und Verwaltung versicherten, dass der Schatz jetzt nicht verscherbelt wird, um Haushaltslöcher zu stopfen. Vermutlich wird, je nach Markt- und Zinslage, in Abschnitten versucht, mit sicheren Anlagen die Erträge gegenüber der RWE-Dividende zu steigern. Diese Mehreinnahmen sollen dann auch die Kämmerer in den Rathäusern der 13 Kommunen positiv zu spüren bekommen. Der ganz große Befreiungsschlag war es noch nicht, aber ein großer Schritt nach vorn.