Als Kreistagsmitglied und Sprecher der VWG beantrage ich
1. den Einbau einer elektronisch geregelten Beleuchtung nicht durchzuführen. Stattdessen beantrage ich, dass die Verwaltung ein Konzept erstellt, das energiesparendes Verhalten beim Lehrpersonal und bei den Schülerinnen und Schülern an kreiseigenen Schulen fördert
2. die Installation einer kontrollierten Be- und Entlüftung des Gesamtgebäudes nur in Verbindung mit einem (ebenfalls im Gesamtkonzept vorgesehenen) Verglasungstausch durchzuführen.
Begründung
zu 1)
Den Einbau einer über 17.000 Euro teuren elektronischen Beleuchtung halte ich aufgrund der dramatischen Haushaltssituation – zumal angesichts eines Amortisierungszeitraums von weit über 10 Jahren, wenn der aktuelle Stromverbrauch als Berechnungsgrundlage dient – für nicht finanzierbar. Zugleich ist eine solche Maßnahme auch unter pädagogischen Gesichtspunkten nicht sinnvoll: Ein überhöhter Energieverbrauch bei der Beleuchtung wird – wenn energiesparende Leuchtstoffkörper eingesetzt werden – zum eindeutig größten Teil durch falsche Nutzung verursacht. In der Regel wird jedoch weder in den Privathaushalten der Lehrer noch in denen der Schülerinnen und Schüler die Beleuchtung elektronisch geregelt sein. Eine elektronisch gesteuerte Beleuchtung an Schulen steht also dem Erlernen eines energiebewussten Verhaltens auch im Privatbereich entgegen. Ein Konzept zur Förderung energiebewussten Verhaltens an Schulen würde also zum einen die zum Beschluss stehende Investition überflüssig machen als auch zur Förderung energiebewussten Verhaltens in der Gesellschaft führen.
zu 2)
Zum einen ist eine kontrollierte Be- und Entlüftung aufgrund der erheblichen Verbesserung der innerklimatischen Verhältnisse grundsätzlich zu begrüßen. Die wirtschaftliche und ökologische Effizienz einer Wärmerückgewinnungsanlage hängt jedoch entscheidend von der Wärmerückhaltungskraft (also der Isolierung) eines Gebäudes ab. Laut Verwaltungsvorlage stehen hinter der Lüftung die Fenster auf Platz zwei der Verursacher für den Wärmeverlust an der Waldschule: Ein Fünftel der Wärme entflieht dem Gebäude durch eine schlecht isolierte Verglasung. Durch einen Verglasungstausch würde also die Wärmerückhaltungskraft des Gebäudes entscheidend verbessert werden können und damit die Wärmerückgewinnungsanlage erheblich effizienter eingesetzt werden können.
